Grundrezept
Grundrezept für selbstgemachten Glühwein
Dies ist ein Grundrezept, um deinen eigenen Glögg (schwedischen Glühwein) herzustellen. Die Idee ist, jedes Mal von derselben Basis auszugehen und dann Flüssigkeit, Frucht und Gewürze zu variieren, um unterschiedlichen Geschmack, Farbe und Charakter zu erhalten.

Grundprinzip
Ein selbst vergorener Glühwein besteht aus fünf Hauptbestandteilen:
Zusammen sorgen sie für Geschmack, Gärung, Fülle und den Charakter des fertigen Glühweins.
Grundrezept
5 Liter Flüssigkeit
Die Flüssigkeit ist die Basis des Glühweins und bestimmt einen Großteil des fertigen Geschmacks. Das kann zum Beispiel sein:
- Malzbier (schwedisch: svagdricka)
- Apfelmost oder Apfelsaft – siehe Apfelglühwein
- Cranberrysaft – siehe Cranberry-Glühwein
- schwarzer Johannisbeersaft – siehe Johannisbeer-Glühwein
- Julmust – siehe Julmust-Glühwein
- Wasser mit Zitrone
- anderer Saft, Most oder Beerentrunk
Warum braucht man die Flüssigkeit? Die Flüssigkeit ist die eigentliche Basis, in der alles gärt. Sie gibt dem Glühwein Farbe, Duft und Grundgeschmack. Ein dunkler Beerensaft ergibt einen volleren, röteren Glühwein, während Apfel einen helleren, frischeren Glühwein ergibt. Wasser eignet sich, wenn man den Geschmack selbst mit Frucht, Zitrus und Gewürzen aufbauen möchte.
5 Kartoffeln, geschält und in Scheiben geschnitten
Die Kartoffel ist ein klassischer Bestandteil vieler Rezepte für vergorenen Glühwein.
Warum braucht man die Kartoffel? Die Kartoffel schafft ein gutes Milieu für die Gärung. Sie liefert Stärke und Nährstoffe, die die Hefe während der Gärung unterstützen können. Außerdem verleiht sie dem Glühwein etwas Körper und Rundheit. Die Kartoffel ist nicht dazu da, dem Glühwein einen Kartoffelgeschmack zu geben – sie dient eher als Stütze der Gärung und als Teil der traditionellen Methode.
50 g Hefe
Die Hefe setzt die Gärung in Gang.
Warum braucht man die Hefe? Die Hefe wandelt Zucker in Alkohol und Aromastoffe um. Ohne Hefe gibt es keine richtige Gärung. Die Hefe lässt den Glühwein sich über die Zeit entwickeln und mehr Tiefe, Reife und Charakter gewinnen. In vielen klassischen Dunderglögg-Rezepten wird gewöhnliche Backhefe verwendet, aber man kann auch mit anderer Hefe experimentieren, um den Geschmack stärker zu steuern.
2 kg Zucker
Der Zucker ist einer der wichtigsten Bestandteile des Rezepts.
Warum braucht man den Zucker? Der Zucker ist Nahrung für die Hefe. Während der Gärung wandelt die Hefe einen Teil des Zuckers in Alkohol um. Der Zucker trägt außerdem zur Fülle, Süße und Rundheit des Glühweins bei. Die Zuckermenge beeinflusst sowohl den Alkoholgehalt als auch die Süße. Mit viel Zucker erhält der Glühwein einen kräftigeren, volleren und klassischeren Charakter.
500 g Früchte, zum Beispiel Rosinen
Die Früchte können Rosinen, getrocknete Äpfel, getrocknete Cranberrys, Feigen, Datteln oder andere Trockenfrüchte sein.
Warum braucht man die Früchte? Die Früchte geben Geschmack, Fülle und natürliche Süße. Sie tragen außerdem zur Fruchtigkeit bei und können dem Glühwein einen runderen, reiferen Charakter verleihen.
- Rosinen geben klassische Süße, Fülle und einen runden Glühweingeschmack.
- Getrocknete Äpfel geben frischere Fruchtigkeit und passen gut zu hellem Glühwein.
- Getrocknete Cranberrys geben Säure, Beerigkeit und eine tiefrote Farbe.
- Feigen und Datteln geben tiefere Süße und eine fast karamellige Note.
Die Früchte helfen außerdem, dem Glühwein Körper zu verleihen, damit er nicht nur gewürzte Flüssigkeit ist, sondern mehr Tiefe und Fülle bekommt.
Gewürze nach Wunsch
Die Gewürze bestimmen die Persönlichkeit des Glühweins – siehe unseren vollständigen Gewürzguide für eine detaillierte Übersicht. Hier kannst du klassisch, frisch, beerig, süß, lakritzartig oder erwachsener und würziger wählen.
Klassische Glühweingewürze:
- Zimtstange
- Kardamomkapseln
- ganze Nelken
- getrockneter Ingwer
- Pomeranzenschale
Andere Gewürze und Aromen:
- Sternanis, Orangenschale, Zitrone, Vanille
- Muskatnuss, Piment, schwarzer Pfeffer, Safran
- Lakritzwurzel, Wacholder, Rosmarin, Chili
- Kakao, Kaffee
Warum braucht man die Gewürze? Die Gewürze geben dem Glühwein seinen Duft, Geschmack und Charakter. Ohne Gewürze wirkt es eher wie ein vergorener Fruchtwein – mit Gewürzen wird es Glühwein. Zimt gibt Wärme, Kardamom aromatische Würze, Nelke klassischen Weihnachtsduft, Ingwer leichte Schärfe und Pomeranze bittere Zitrustiefe.
Einfache Formel für eigenen Glühwein
- 5 Liter Flüssigkeit nach Wahl
- 5 geschälte und geschnittene Kartoffeln
- 50 g Hefe
- 2 kg Zucker
- ca. 500 g Früchte oder Trockenfrüchte
- Gewürze nach Wunsch
So geht's
- Alles in einem sauberen 10-Liter-Eimer vermischen.
- Gründlich umrühren, bis sich der Zucker löst.
- Den Eimer mit Frischhaltefolie abdecken und kleine Luftlöcher hineinstechen.
- Bei Zimmertemperatur mindestens drei Wochen stehen lassen. Der Glühwein soll ungestört und in Ruhe gären und in dieser Zeit nicht bewegt werden.
- Den Glühwein abseihen und eine weitere Woche zum Klären stehen lassen.
- In saubere, gerne gläserne Flaschen abfüllen. Darauf achten, den Bodensatz nicht mitzunehmen.
- Kühl lagern, bis der Glühwein getrunken wird.
So baust du verschiedene Glühwein-Typen
Klassischer Glühwein
Wähle Malzbier als Basis, Rosinen als Frucht und würze mit Zimt, Kardamom, Nelken, Ingwer und gerne Pomeranzenschale. Siehe das Rezept für klassischen Dunderglögg.
Fruchtiger, heller Glühwein
Wähle Apfelmost oder Apfelsaft als Basis. Füge Rosinen und getrocknete Äpfel hinzu. Würze mit Zimt, Kardamom, Ingwer und Pomeranze. Siehe Apfelglühwein.
Dunkler Beerenglühwein
Wähle Cranberrysaft oder schwarzen Johannisbeersaft als Basis. Verwende Rosinen oder getrocknete Beeren. Würze mit Zimt, Nelken, Kardamom, Ingwer und Pomeranze. Siehe Cranberry-Glühwein oder Johannisbeer-Glühwein.
Süßer, würziger Weihnachtsglühwein
Wähle Julmust als Basis. Verwende Rosinen und würze mit Zimt, Nelken, Kardamom, Ingwer, Pomeranze und gerne etwas Sternanis. Siehe Julmust-Glühwein.
Frischer Zitrusglühwein
Wähle Wasser als Basis und baue den Geschmack mit Zitrone, getrockneten Äpfeln und Gewürzen auf. Sternanis, Ingwer, Kardamom und Pomeranze passen besonders gut. Siehe Zitronen-Lakritz-Glühwein.
